“Diese verdammten Motorradfahrer”

November 1999

Mit einer Ausstellung erinnert der Oldtimer-Club Ingelfingen an die Schwere Schwäbische Geländefahrt

Vier Jahre wurde vorbereitet: Jetzt hat der Oldtimer-Club Ingelfingen(OCI)  die Ausstellung über die Schwere Schwäbische Geländefahrt eröffnet.

Initiator und erster Vorsitzender Ludwig Bayer begrüßte die zahlreichen Fahrer von damals und Oldtimer-Enthusiasten von heute in der Ingelfinger Stadthalle.

Bayer erzählte, wie er auf die Idee gekommen war: “Vor vier Jahren hat mir mein Neffe ein Programmheft gezeigt und wollte wissen, welchen Platz sein Vater damals erzielt hat”, sagte Bayer, “ und damit ist der Stein ins Rollen gekommen”. Das anliegen habe eben gut zum OCI gepasst. In vier Jahren hat Bayer ganze Aktenordner an Material gesammelt: Alte Zeitungsberichte, Fotos und Dokumente vom Rennen. “Ein paar Geländemaschinen, die bei der Schweren Schwäbischen mitgefahren sind, und natürlich Fahrer von damals haben noch gefehlt”, sagte Bayer. Also schrieb er alle ihm bekannten Fahrer an und lud sie ein.

Knapp 60 Fahrer sind dann auch gekommen. Bürgermeister Wolfgang Schneider begrüßte die Motorradfans im Namen der Stadt. Kreiskämmerer Dietmar Striffler zitierte den damaligen Vorsitzenden des ADAC-Gaues Württemberg Hans Schneider: “Gerade hier im Hohenloher Land, in einem Gebiet, in dem einst auf Burgen und Schlössern die Ritter in großen Turnieren um den Sieg kämpften, findet sich ein guter Boden für unsere Veranstaltung.” Striffler meinte auch: “Allerdings wäre der Ritt auf einem Pferd druch das unwegsame Gelände bestimmt angenehmer und weniger kräfteraubend für die Fahrer gewesen als mit dem motorangetriebenen fahrbaren Untersatz.” Striffler erinnerte an die schwierigen Bedingungen bei Eis, Regen oder Schnee und den sehr anfälligen Maschinen.

Nach dem gemeinsamen Essen blickte der zweite Vorsitzende Helmut Wagner, auf die Rennläufe zwischen 1955 und 1965 zurück. Von Aalen war die Schwere Schwäbische Geländefahrt nach Künzelsau verlegt worden, weil sich der Aalener Oberförster darüber ärgerte, dass “diese verdammten Motorräder” ihm seine ganzen Waldwege kaputt machten. Zwischen 1955 und 1965 konnte Wagner eine erstaunliche Entwicklung ausmachen: Die Mulfinger Steige, die für ihre Schwierigkeit berühmteste Stelle in der Schweren Schwäbischen, wurde im Lauf der Zeit immer steiler: Betrug die Steigung anfangs nur 35 Prozent, so war sie 1957 schon auf 40 Prozent gestiegen, und in den späteren Jahren mussten die Fahrer sogar mit einer 45-Prozent-Steigung fertig werden.

Bei allen Rennen lag die Ausfallquote um 50 Prozent, oft genug sogar höher. “Das zeigt, wie schwer die Bedingungen damals waren”, sagte Wagner. Letztlich ist die Schwere Schwäbische 1965 nicht wegen zu großer Schwierigkeiten, sondern wegen Schwierigkeiten mit der Organisation eingeschlafen, wie Wagner Meinte. Bei der Videovorführung, die Manuel Bayer vorbereitet hatte, konnten sich die Zuschauer ein Bild von den Rennen damals machen - oder sich an die Zeiten erinnern, in denen sie sich selbst mit dampfendem Motor durch Matsch und Schnee in Hohenlohe gekämpft hatten.

Das Thema ist aber noch nicht abgeschlossen: Ludwig Bayer sucht weiter nach Material, um in Zukunft vielleicht eine erweiterte Ausstellung präsentieren zu können.

 

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